Paläo- und Mesolithikum 

Paläolithikum - Altsteinzeit

Faustkeil von Reith, Gde. Au i. d. Hallertau

 

Handhabe des Faustkeils

 

Faustkeil von Reith, Gde. Au i. d. Hallertau

In unseren Breiten stammen die ältesten menschlichen Hinweise aus dem so genannten Eiszeitalter, nämlich aus der Mindeleiszeit (z.B. Ingolstädter Becken). Damals durchstreiften noch Vertreter des Homo erectus die eisfreien Gebiete nördlich des Alpenvorlandes, dem wandernden Wild hinterher. Zu dieser Zeit wurde auch die Erdinger Altmoräne durch den Inn-Gletscher aufgeschüttet.
Doch um es gleich vorwegzunehmen, aus der langen geschichtlichen Epoche des Urmenschen, also aus etwa 500.000 Jahren, kennen wir nur einen einzigen Fund aus dem Landkreis Freising: den altpaläolithischen Faustkeil von Reith. Der Grund dafür ist u.a. in den ausgesprochen ungünstigen Überlieferungsbedingungen für Freilandfundstellen gegenüber Höhlen zu suchen.
Das Eiszeitalter war geprägt durch viele klimatische Wechselspiele, in denen die Gestalt der Landschaft enormen Veränderungen unterzogen wurde: Eisvorstöße, Abschmelzen der Gletscher etc. In den Zwischeneiszeiten müssen wir uns ein gegenüber heute gänzlich anderes Klima gepaart mit anderer Flora und Fauna vorstellen: Waldelefant, Nashörner, Riesenhirsche und Säbelzahntiger lebten neben dem Menschen in einer savannenartigen Umgebung.
Vor 200.000 Jahren etwa tauchte der Homo sapiens (Sapient) in Form des Steinheimer Menschen auf, dann vor 150.000 Jahre etwa der wohl bekannteste Urmensch - der Neandertaler -, bevor vor rund 35.000 Jahren der moderne Mensch (Homo sapiens sapiens) in Erscheinung trat.
Mit den Sapienten verbesserten sich die Techniken, Kenntnisse und Fähigkeiten zügig und ausgeprägt gegenüber den Jahrhundertausenden an Entwicklung zuvor, und es wird sich wohl auch das Bewusstsein stetig verändert haben. Die Vertreter des Heidelberger Menschen, also die ersten Sapienten, bestatteten erstmals ihre Toten, und für sie dürfen wir daher die erste Religion voraussetzen. Sapienten sind auch die ersten Menschenformen mit Sprache. Doch ob sich bereits die Neandertaler untereinander sprachlich verständigten (die anatomischen Voraussetzungen dafür besaßen sie) oder erst die modernen Menschen (von ihnen kennen wir die erste "Sprache" in Form von Bildkunst), wissen wir noch nicht. Doch die Besonderheit des Urmenschen liegt nach Müller-Karpe ganz woanders:
"Nicht dass der Urmensch am Leben bleiben und sich seiner tierischen Feinde erwehren konnte, ist das eigentlich Bemerkenswerte, sondern dass er seine geschichtliche Lebensform durch die ungezählten Jahrtausende des Altpaläolithikums hindurch zu bewahren vermochte. [...] Gerade für die Urzeit setzt sie [diese Leistung] eine Innigkeit des menschlichen Zusammenlebens voraus, die über das biologisch-naturhaft Notwendige hinausgeht und von Anbeginn an der menschlichen Gesellschaft ihr spezifische Gepräge verleiht."

600.000
140.000

Altpaläolithikum
(Paläolithikum = Altsteinzeit)

140.000
30.000

Mittelpaläolithikum

30.000
10.000

Jungpaläolithikum

10.000
5.500

Mesolithikum (Mittelsteinzeit)

5.500
4.900

Altneolithikum
(Neolithikum = Jungsteinzeit)

4.900
4.200

Mittelneolithikum

4.200
3.400

Jungneolithikum

3.400
2.200

Endneolithikum/Kupferzeit

2.200
1.250
800

Bronzezeit
(Bronzezeit)
Urnenfelderzeit

800
480
0

Hallstattzeit
(Eisenzeit)
Latènezeit

0
376

Römische Kaiserzeit

376
476

Völkerwanderungszeit

476
788

Frühmittelalter

788
1.492

Hoch- und Spätmittelalter

1.492
2.000

Neuzeit

 

600.000
140.000

Altpaläolithikum
(Paläolithikum = Altsteinzeit)

140.000
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Mittelpaläolithikum

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Jungpaläolithikum

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Mesolithikum (Mittelsteinzeit)

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Altneolithikum
(Neolithikum = Jungsteinzeit)

4.900
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Mittelneolithikum

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Jungneolithikum

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Endneolithikum/Kupferzeit

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Bronzezeit
(Bronzezeit)
Urnenfelderzeit

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Hallstattzeit
(Eisenzeit)
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Römische Kaiserzeit

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Völkerwanderungszeit

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Frühmittelalter

788
1.492

Hoch- und Spätmittelalter

1.492
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Neuzeit

 

Paläolithische Fundstellen im Landkreis Freising

 
 

Au i. d. Hallertau-Reith

Lesefund eines paläolithischen Faustkeils

AFLF 1

 

Mesolithikum - Mittelsteinzeit

bislang kein
Fundstück
aus dem
Landkreis
Freising
vorhanden

Silexgeräte von Furthmühle, Gde. Schwarzach, Lkr. Schwandorf/Opf.

bislang kein
Fundstück
aus dem
Landkreis
Freising
vorhanden

Mit dem Ende der letzten Eiszeit und dem Klimawandel veränderten sich auch die Flora und Fauna erneut. Mitteleuropa wurde allmählich wiederbewaldet, Großwildsäuger, wie der Mammut, starben aus. Diese Zeit nach dem Rückzug der würmeiszeitlichen Gletscher, in der sich der Mensch als Jäger und Sammler wiederum an die neuen Umweltbedingungen anpassen musste, und den ersten Ackerbauern nennt man Mittelsteinzeit.
Die Jagdwaffen passte der Mensch den neuen Gegebenheiten an: Nicht mehr die Speerschleuder (offenes Land), sondern Pfeil und Bogen (bewaldetes Gebiet) sowie die Harpune (Fischfang) gehörten nun zur Standardausrüstung. Pfeil und Harpune wurden mit Mikrolithen, also kleinen und kleinsten bearbeiteten Feuersteingeräten, bestückt. Auf diese Weise war man weniger auf die Rohstoffquellen angewiesen, die im Lande nicht gleichmäßig verteilt sind.
Auch im Siedlungsverhalten haben die Umweltveränderungen ihre Spuren hinterlassen. Zogen die eiszeitlichen Menschen den großen Tierverbänden hinterher, verblieben sie nun länger an einem Standort bis die Ressourcen (Standwild und Pflanzen) aufgebraucht waren.
Gegen Ende des Mesolithikums kamen die spätmesolithischen Menschen Süddeutschlands mit den ersten Ackerbau-Kulturen des Balkans und Frankreichs in Kontakt und übernahmen zuerst Techniken zur Feuersteinartefaktherstellung und Schmuckschnecken aus diesen Regionen. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich der kulturelle Stand der Mesolithiker durch den Einfluss der Neolithiker so hochstehend ausgeprägt, dass es ihnen letztlich möglich war, innerhalb einer ausgesprochen kurzen Zeitspanne und unter Umsetzung neolithischer Elemente aus dem nordöstlichen Balkangebiet eine eigenständige Kultur ("Linienbandkeramik") zu entwickeln. Damit war nach den vielen Jahrhunderttausenden aneignender Wirtschaftsweise der Übergang zur produzierenden vollzogen.

600.000
140.000

Altpaläolithikum
(Paläolithikum = Altsteinzeit)

140.000
30.000

Mittelpaläolithikum

30.000
10.000

Jungpaläolithikum

10.000
5.500

Mesolithikum (Mittelsteinzeit)

5.500
4.900

Altneolithikum
(Neolithikum = Jungsteinzeit)

4.900
4.200

Mittelneolithikum

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3.400

Jungneolithikum

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Endneolithikum/Kupferzeit

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Bronzezeit
(Bronzezeit)
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Hallstattzeit
(Eisenzeit)
Latènezeit

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Römische Kaiserzeit

376
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Völkerwanderungszeit

476
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Frühmittelalter

788
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Hoch- und Spätmittelalter

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Neuzeit

 

Mesolithische Fundstellen im Landkreis Freising

 
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Letzte Änderung dieser Seite: Mittwoch, 26. Juni 2002

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