Unter dem Begriff "Bronzezeit" kann man sowohl die gesamte Epoche der Zeit, in der die Bronze das vorherrschende Metall war (Bronze- und Urnenfelderzeit), verstehen als auch nur die ersten 1000 Jahre dieser Epoche, von der die Urnenfelderzeit (andernorts: Spätbronzezeit) abgetrennt wurde.
Bronzezeit |
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Mit dem Beginn der Bronzezeit findet kein Bruch zum vorhergehenden
Endneolithikum statt. Vielmehr wird die Kultur mit ihren
Bestattungssitten und weiter entwickeltem Formengut weiterhin von den
gleichen Menschen getragen. Erst um die zweite Jahrtausendwende wurde Bronze zum bedeutenden Grundmaterial für Waffen, Werkzeuge, Schmuck und anderem Zierrat. Da die beiden Komponenten für die Legierung Bronze - Kupfer und Zinn - nicht überall zu finden waren, sondern erst bergbaumäßig gewonnen und verarbeitet werden mussten, bildete sich anscheinend eine komplexere soziale Schichtung heraus. Dies eben im Zusammenhang mit der Verteilung des Metalls und der Güter ließ Zentralsiedlungen, zumeist auf Bergspornen und Höhen, entstehen, die auch befestigt waren [Freisinger Domberg, Bernstorf]. Zinn musste wahrscheinlich noch in der Bretagne oder in Cornwall besorgt werden (vielleicht wurde aber auch schon im Erzgebirge Zinn abgebaut), Kupfer wurde im Inn- und Salzachtal gewonnen. Für diese Zeit gibt es auch die ersten Nachweise, dass im Berchtesgadener Land und im Salzkammergut Salz gewonnen und sicherlich verhandelt wurde. Der Rohstoff Bernstein, der im mittelbronzezeitlichen Mitteleuropa von großer Bedeutung war, stammte von der Ostsee. In der Mittelbronzezeit werden die Toten regelhaft unter künstlich aufgeschütteten Hügeln bestattet. Es tauchen die ersten Schwerter auf. Die Spätbronzezeit leitet bereits in die nachfolgende Urnenfelderzeit über: Nachdem bereits vorher schon viele Tote verbrannt wurden, wird nun die Brandbestattung die Regel. |
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Bronzezeitliche Fundstellen im Landkreis Freising |
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| Eching "BMW-Lager/Spedition Schenker 1984" | Langhaus und Hockergrab der Frühbronzezeit | AFLF 20 | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Freising-Domberg |
Siedlungsnachweise seit dem Mittelneolithikum. Bedeutende Höhensiedlung in der Bronze- und Urnenfelderzeit |
AFLF 5 | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Haag a. d. Amper | Frühbronzezeitliche Deponierung | AFLF 17 | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Kranzberg-Bernstorf | Mittelbronzezeitliche Befestigungsanlage | AFLF 8 | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Langenbach-Asenkofen | Mittelbronzezeitliche Grabhügel | AFLF 13 | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Marzling |
Zwei mittelbronzezeitliche Vollgriffschwerter | AFLF 28 | |||||||||||||||||||||||||||||||
Urnenfelderzeit ("Spätbronzezeit") |
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Da die Überreste der verbrannten Toten mit ihren Beigaben meist in Urnen und
diese Urnen auf größeren Friedhöfen beigesetzt wurden, entstand der Begriff
Urnenfelderzeit. Der Übergang von der Bronzezeit ist bei den Bestattungssitten
- nun wird jedoch ausschließlich die Totenverbrennung geübt - und dem Formengut fließend, ab der Urnenfelderzeit offenbart sich jedoch
erstmals in Gräbern eine hervorgehobene Elite mit Schwertern und Wagen. Oftmals
umgeben kleinere kreisrunde Kreisgräben die Urnengräber, manchmal fassen
größere rechteckige Anlagen mehrere Gräber zusammen. Vielleicht verstecken
sich hinter den Kreisgräben Nachweise von Palisaden, die eine Hügelschüttung
zusammenhielten. |
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Urnenfelderzeitliche Fundstellen im Landkreis Freising |
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Moosburg a. d. Isar-Thonstetten |
Späturnenfelderzeitliches Vollgriffschwert | AFLF 30 | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Rudelzhausen-Niederhinzing |
Urnengrab aus der Urnenfelderzeit | AFLF 9 | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Letzte Änderung dieser Seite: Mittwoch, 26. Juni 2002 |