Bronzezeit

Unter dem Begriff "Bronzezeit" kann man sowohl die gesamte Epoche der Zeit, in der die Bronze das vorherrschende Metall war (Bronze- und Urnenfelderzeit), verstehen als auch nur die ersten 1000 Jahre dieser Epoche, von der die Urnenfelderzeit (andernorts: Spätbronzezeit) abgetrennt wurde.

Bronzezeit

Frühbronzezeitliches "Brotlaibidol" vom Freisinger Domberg

Frühbronzezeitliches Langhaus von Eching

Frühbronzezeitliche Funde von Freisinger Domberg

Mittelbronzezeitliches Bernsteinkollier von Asenkofen, Gde. Langenbach

Mittelbronzezeitliches Vollgriffschwert von Marzling

Mit dem Beginn der Bronzezeit findet kein Bruch zum vorhergehenden Endneolithikum statt. Vielmehr wird die Kultur mit ihren Bestattungssitten und weiter entwickeltem Formengut weiterhin von den gleichen Menschen getragen.
Erst um die zweite Jahrtausendwende wurde Bronze zum bedeutenden Grundmaterial für Waffen, Werkzeuge, Schmuck und anderem Zierrat. Da die beiden Komponenten für die Legierung Bronze - Kupfer und Zinn - nicht überall zu finden waren, sondern erst bergbaumäßig gewonnen und verarbeitet werden mussten, bildete sich anscheinend eine komplexere soziale Schichtung heraus. Dies eben im Zusammenhang mit der Verteilung des Metalls und der Güter ließ Zentralsiedlungen, zumeist auf Bergspornen und Höhen, entstehen, die auch befestigt waren [Freisinger Domberg, Bernstorf].
Zinn musste wahrscheinlich noch in der Bretagne oder in Cornwall besorgt werden (vielleicht wurde aber auch schon im Erzgebirge Zinn abgebaut), Kupfer wurde im Inn- und Salzachtal gewonnen. Für diese Zeit gibt es auch die ersten Nachweise, dass im Berchtesgadener Land und im Salzkammergut Salz gewonnen und sicherlich verhandelt wurde. Der Rohstoff Bernstein, der im mittelbronzezeitlichen Mitteleuropa von großer Bedeutung war, stammte von der Ostsee.

In der Mittelbronzezeit werden die Toten regelhaft unter künstlich aufgeschütteten Hügeln bestattet. Es tauchen die ersten Schwerter auf. Die Spätbronzezeit leitet bereits in die nachfolgende Urnenfelderzeit über: Nachdem bereits vorher schon viele Tote verbrannt wurden, wird nun die Brandbestattung die Regel.

600.000
140.000

Altpaläolithikum
(Paläolithikum = Altsteinzeit)

140.000
30.000

Mittelpaläolithikum

30.000
10.000

Jungpaläolithikum

10.000
5.500

Mesolithikum (Mittelsteinzeit)

5.500
4.900

Altneolithikum
(Neolithikum = Jungsteinzeit)

4.900
4.200

Mittelneolithikum

4.200
3.400

Jungneolithikum

3.400
2.200

Endneolithikum/Kupferzeit

2.200
1.250
800

Bronzezeit
(Bronzezeit)
Urnenfelderzeit

800
480
0

Hallstattzeit
(Eisenzeit)
Latènezeit

0
376

Römische Kaiserzeit

376
476

Völkerwanderungszeit

476
788

Frühmittelalter

788
1.492

Hoch- und Spätmittelalter

1.492
2.000

Neuzeit

 

Bronzezeitliche Fundstellen im Landkreis Freising

 
  Eching "BMW-Lager/Spedition Schenker 1984" Langhaus und Hockergrab der Frühbronzezeit AFLF 20
  Freising-Domberg Siedlungsnachweise seit dem Mittelneolithikum.
Bedeutende Höhensiedlung in der Bronze- und Urnenfelderzeit
AFLF 5
  Haag a. d. Amper Frühbronzezeitliche Deponierung AFLF 17
  Kranzberg-Bernstorf Mittelbronzezeitliche Befestigungsanlage AFLF 8
  Langenbach-Asenkofen Mittelbronzezeitliche Grabhügel AFLF 13
 

Marzling
Fahrenzhausen-Weng

Zwei mittelbronzezeitliche Vollgriffschwerter AFLF 28

 

Urnenfelderzeit ("Spätbronzezeit")

Vollgriffschwert von Thonstetten, Gde. Moosburg a. d. Isar

Graburne von Niederhinzing, Gde. Rudelzhausen

Da die Überreste der verbrannten Toten mit ihren Beigaben meist in Urnen und diese Urnen auf größeren Friedhöfen beigesetzt wurden, entstand der Begriff Urnenfelderzeit. Der Übergang von der Bronzezeit ist bei den Bestattungssitten - nun wird jedoch ausschließlich die Totenverbrennung geübt - und dem Formengut fließend, ab der Urnenfelderzeit offenbart sich jedoch erstmals in Gräbern eine hervorgehobene Elite mit Schwertern und Wagen. Oftmals umgeben kleinere kreisrunde Kreisgräben die Urnengräber, manchmal fassen größere rechteckige Anlagen mehrere Gräber zusammen. Vielleicht verstecken sich hinter den Kreisgräben Nachweise von Palisaden, die eine Hügelschüttung zusammenhielten.
Nach einem Zurückgehen in der Mittelbronzezeit werden ab der mittleren Urnenfelderzeit, ab der eine Bevölkerungszunahme festzustellen ist, wieder vermehrt Höhensiedlungen angelegt, die wegen ihrer Befestigungsanlagen förmlich "Burgen" sind. In ihnen müssen wir die Macht-, Kult- und Wirtschaftszentren der damaligen Zeit sehen, die auch den Rang der Bewohner demonstrieren sollten. Hier fanden sich Metallhandwerker und Goldschmiede ein. Für die Legierung Bronze stammte das Kupfer weiterhin aus den Alpen, Zinn aus dem Erzgebirge.
In den dorfartigen Flachlandsiedlungen finden sich locker gruppierte Gehöfte aus jeweils mehreren Pfostenbauten.
In der Urnenfelderzeit gelangen erneut - nach einem Rückgang in der Mittelbronzezeit - sehr viele, zum Teil zentnerschwere Deponierungen in den Boden. V.a. Schwerter gelangen immer seltener in die Gräber und finden sich in den Deponierungen. Daher werden diese auch als mögliche Selbstausstattungen bzw. Funeralopfer gedeutet.

600.000
140.000

Altpaläolithikum
(Paläolithikum = Altsteinzeit)

140.000
30.000

Mittelpaläolithikum

30.000
10.000

Jungpaläolithikum

10.000
5.500

Mesolithikum (Mittelsteinzeit)

5.500
4.900

Altneolithikum
(Neolithikum = Jungsteinzeit)

4.900
4.200

Mittelneolithikum

4.200
3.400

Jungneolithikum

3.400
2.200

Endneolithikum/Kupferzeit

2.200
1.250
800

Bronzezeit
(Bronzezeit)
Urnenfelderzeit

800
480
0

Hallstattzeit
(Eisenzeit)
Latènezeit

0
376

Römische Kaiserzeit

376
476

Völkerwanderungszeit

476
788

Frühmittelalter

788
1.492

Hoch- und Spätmittelalter

1.492
2.000

Neuzeit

 

Urnenfelderzeitliche Fundstellen im Landkreis Freising

 
 

Moosburg a. d. Isar-Thonstetten

Späturnenfelderzeitliches Vollgriffschwert AFLF 30
 

Rudelzhausen-Niederhinzing

Urnengrab aus der Urnenfelderzeit AFLF 9

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Letzte Änderung dieser Seite: Mittwoch, 26. Juni 2002

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